HilbertRaumBerlin



Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.


Hannah van Ginkel

Magda Kaufmann

Dorothée Zombronner


Opening: Friday, 16.09.2016, 6-10pm

Duration: 16.09.-25.09.2016

Opening hours:
Friday, 6-10pm, Saturday + Sunday, 2-7pm

Curated by: Kerstin Grein and Hannah van Ginkel

Harmlose Erscheinung? Hinter dieser Fassade wartet keine Überraschung? In ihren Arbeiten setzen sich die drei Künstlerinnen Hannah van Ginkel, Magda Kaufmann und Dorothée Zombronner mit gesellschaftlichen Erwartungen auseinander. Sie verändern, ersetzen, manipulieren und konterkarieren Althergebrachtes und Bekanntes. Es entstehen surrealistische Montagen und Gegenentwürfe, die Ideale und Rollenbilder in Frage stellen. Und das Idyll zerstören? Hoppla. …und das Schiff mit acht Segeln und mit fünfzig Kanonen. Wird entschwinden mit mir.

Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden. (And you'd never guess to who you're talkin'.)
Harmless appearance? No surprises lurk behind this façade? These three artists' work, Hannah van Ginkel, Magda Kaufmann and Dorothée Zombronner confront societal expectations. They change, replace, manipulate and counter that which is established and widely known. Surrealist montages and alternative concepts come to the fore, challenging existing ideals and notions of role models. And will an idyll be destroyed in the process? Oops. …then a ship, the black freighter, disappears out to sea, and on it is me.


Seeräuberjenny


Meine Herren, heute sehen Sie mich Gläser abwaschen
Und ich mache das Bett für jeden.
Und Sie geben mir einen Penny und ich bedanke mich schnell
Und Sie sehen meine Lumpen und dies lumpige Hotel
Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.
Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.
Aber eines Abends wird ein Geschrei sein am Hafen
Und man fragt "Was ist das für ein Geschrei?"
Und man wird mich lächeln sehn bei meinen Gläsern
Und man sagt "Was lächelt die dabei?"

Und ein Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird liegen am Kai.

Man sagt "Geh, wisch deine Gläser, mein Kind"
Und man reicht mir den Penny hin.
Und der Penny wird genommen, und das Bett wird gemacht!
Es wird keiner mehr drin schlafen in dieser Nacht.
Und sie wissen immer noch nicht, wer ich bin.
Und sie wissen immer noch nicht, wer ich bin.
Aber eines Abends wird ein Getös sein am Hafen
Und man frag "Was ist das für ein Getös?"
Und man wird mich stehen sehen hinterm Fenster
Und man fragt "Was lächelt die so bös?"

Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird beschiessen die Stadt.

Meine Herren, da wird ihr Lachen aufhören
Denn die Mauern werden fallen hin
Und die Stadt wird gemacht dem Erdboden gleich.
Nur ein lumpiges Hotel wird verschont von dem Streich
Und man fragt "Wer wohnt Besonderer darin?"
Und man fragt "Wer wohnt Besonderer darin?"
Und in dieser Nacht wird ein Geschrei um das Hotel sein
Und man fragt "Warum wird das Hotel verschont?"
Und man wird mich sehen treten aus der Tür gehn Morgen
Und man sagt "Die hat darin gewohnt?"

Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird beflaggen den Mast

Und es werden kommen hundert gen Mittag an Land
Und werden in den Schatten treten
Und fangen einen jeglichen aus jeglicher Tür
Und legen ihn in Ketten und bringen vor mir
Und mich fragen "Welchen sollen wir töten?"
Und an diesem Mittag wird es still sein am Hafen
Wenn man fragt, wer wohl sterben muss.
Und dann werden Sie mich sagen hören "Alle!"
Und wenn dann der Kopf fällt, sage ich"Hoppla!"

Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird entschwinden mit mir.


Aus der Dreigroschenoper
Musik von Kurt Weill
Text von Bertolt Brecht


Pirate Jenny
You gentlemen can watch while I'm scrubbin' the floors,
and I'm scrubbin' the floors while you're gawkin'.
And maybe once you tip me if it makes you feel swell,
on a ratty waterfront, in a ratty old hotel,
and you'd never guess to who you're talkin'
you'd never guess to who you're talkin'.

Suddenly one night, there's a scream in the night,
and you cry, "What the hell could that have been?"
and you see me kinda grinnin' while I'm scrubbin'
And you say, "What the hell she got to grin?"
And a ship, a black freighter,
With a skull on its masthead, will be coming in.

You gentlemen can say, "Hey girl! Finish the floors!
Get upstairs! Make the beds, earn your keep here!"
You toss me your tips, and look out at the ships,
but I'm countin' your heads while I make up the beds,
'cuz there's nobody gonna sleep here.
Tonight, none of you will sleep here.

Then that night, there's a bang in the night,
and you yell, "who's that kicking up a row?"
and you see me kinda starin' at the window,
and you say, "what she got to stare at now?"
And the ship, the black freighter,
Turns around in the harbor, shootin' guns from the bow.

Then you gentlemen can wipe off the laugh from your face,
every building in town is a flat one.
Your whole stinkin' place will be down to the ground,
only this cheap hotel standin' up, safe and sound,
and you yell, "why the hell spare that one?"
and you yell, "why the hell spare that one?"

All the night through, with the noise and to-do,
you wonder who's the person lives up there?
Then you see me steppin' out into the morning,
Lookin' nice with a ribbon in my hair.
And the ship, the black freighter,
runs a flag up its masthead, and a cheer rings the air.

By noontime the dock is all swarmin' with men,
comin' off of that ghostly freighter.
They're movin' in the shadows where no one can see,
and they're chainin' up people and bringin' them to me,
askin' ME, "Kill them now or later?"
askin' me, "kill them now or later?"

Moon by the clock, and so still on the dock
you can hear a foghorn miles away.
In that quiet of death, I'll say,
"Right now."
And they pile up the bodies, and I'll say,
"That'll learn ya!"
Then a ship, the black freighter,
Disappears out to sea, and on it is me.


From The Threepenny Opera
Music by Kurt Weill
Lyrics by Bertolt Brecht and Marc Blitzstein